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Gießen | Start-up Ökosysteme in Deutschland

Das Gründerökosystem in Gießen

Übersicht Region
Einwohner: 86.543
Fläche: 72,55 qkm
Kaufkraft: 18.768 €

 

 

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Startup Ökosystem der Stadt Gießen

Das Gießener Start-up Ökosystem ist in nahezu allen Dimensionen ähnlich der Mehrheit aller untersuchten Städte ausgeprägt. Besondere Herausforderungen des Standorts finden sich bei der Finanzierung innovativer Gründungen und dem Wissenstransfer. Im Folgenden wird auf die einzelnen Dimensionen des Ökosystems detailliert eingegangen.

Markt:

Auffallend ist, dass der Anteil an Großunternehmen in Gießen in den letzten Jahren gesunken ist, sich dennoch über dem Durchschnitt aller Untersuchungsregionen befindet. Seit 2016 werden zudem entgegen des deutschlandweiten Trends mehr Unternehmen neu gegründet als abgemeldet. Mit einer Kaufkraft von rund 18.770€ pro Kopf fällt die Stadt im Vergleich leicht zurück.

Infrastruktur:

Gießen ist über die Autobahn sehr gut erreichbar und besitzt eine gute IC/EC/ICE-Bahnanbindung. Auch die Breitbandverfügbarkeit liegt weit über dem Durchschnitt. Nachteilig fallen die hohen Mietkosten in der Region auf.

Gesellschaftliche Rahmenbedingungen:

Hier offenbart die Stadt Potenziale. In Gießen kommen auf 1000 Erwerbstätige knapp 92 Selbstständige, was einen Wert leicht über dem Durchschnitt aller Untersuchungsregionen darstellt. Allerdings bleibt die Zahl der Neugründungen im Verhältnis zu den Erwerbspersonen hinter dem Durchschnitt zurück. Positiv fallen die überdurchschnittlich vielen innovativen Ideen und Projekte auf nationalen und internationalen Crowdfunding-Plattformen auf. Mit einer Ausländerquote von 16,6% liegt die Stadt im Hinblick auf die ethnische Vielfalt deutlich über dem Durchschnitt. Seit 2015 ist eine Zunahme der Beschäftigtenzahl in Kreativberufen zu verzeichnen, was sich positiv auf das gesellschaftliche Umfeld auswirkt. Allerdings offenbart die Stadt hierbei, ähnlich zum Anteil an Künstlern in der Gesamtbevölkerung noch Potenziale.

Wissenstransfer:

Es fällt auf, dass der Anteil der Einwohner mit Hochschulabschluss mit 21% moderat ist. Die Zahl der Forschungseinrichtungen und staatlichen sowie kirchlichen Hochschulen liegt dagegen leicht über dem Durchschnitt. Zudem besitzt die Universitätsstadt die höchste Studierendenquote in der Region.

Politik:

Die Gießener Stadtverwaltung fördert das Gründungsgeschehen besser, als die Verwaltungen vieler Vergleichsstädte, was zu einer guten Ausprägung in der Dimension führt. Zudem bietet sie einen guten Orientierungsservice für Neuzugezogene. Die Kosten für Gewerbeanmeldungen und der Gewerbesteuersatz liegen im bundesweiten Durchschnitt.

Unterstützung:

Neugründer erhalten durch die EXIST-Gründernetzwerke, diverse Technologie- und Gründerzentren und die regionalen Coworking Spaces Unterstützung bei der Umsetzung ihrer Geschäftsideen. Obwohl weniger Branchennetzwerke und gründungsbezogene Events als beispielsweise in Marburg vorzufinden sind, gibt es in Gießen die größte Dichte an Dienstleistern, die sich in diesem Bereich spezialisiert haben, und die breiteste Auswahl privater Bildungsanbieter für Tech- und Existenzgründungskurse.

Finanzierung:

Wie in vielen anderen Regionen gestaltet es sich in Gießen schwer, Geldgeber für Gründungsprojekte ausfindig zu machen. Weder ortsansässige Beteiligungsgesellschaften noch private VC-Geber konnten im Rahmen dieser Studie gefunden werden. Hinzu kommt, dass auch nur wenige lokale Business Angels auffindbar sind.

Dimension Markt

Anteil Großunternehmen mit mehr als 250 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten

Kaufkraft in Euro pro Kopf

Gewerbeneuerrichtungen im Verhältnis zu Abmeldungen

Zuzug im Verhältnis zum Fortzug
* Durchschnitt aller Untersuchungsregionen
Dimension Infrastruktur

Erreichbarkeit von Autobahnen

Erreichbarkeit von Flughäfen

Erreichbarkeit von IC/EC/ICE-Bahnhöfen

Wohnungsmieten

Breitbandverfügbarkeit

Straßennetzdichte

Dichte des öffentlichen Personennahverkehrs

* Durchschnitt aller Untersuchungsregionen
Dimension Gesellschaft

Selbstständige je 1000 Erwerbstätige

Existenz unternehmerischer Vorbilder

Ideenwettbewerbe

Innovative Ideen und Projekte - Crowdfunding-Projekte pro 1.000 Einwohner

Heterogenes gesellschaftliches Umfeld (Altersklasse)

Heterogenes gesellschaftliches Umfeld (Ethnische Vielfalt)

Kultur- und Kreativwirtschaft

Künstlertum

* Durchschnitt aller Untersuchungsregionen
Dimension Wissenstransfer

Innovatives Wirtschaftsklima

Anteil der Bevölkerung mit Hochschulabschluss

Forschungseinrichtungen

Lehrstühle für Unternehmensgründung

Anzahl Hochschulen

Unternehmertum an Hochschulen

Patente

Anzahl Studierende

* Durchschnitt aller Untersuchungsregionen
Dimension Politik

Gewerbesteuerhebesatz

Kosten Gewerbeanmeldung

Arbeitsagenturen

Betreuung von Kindern in Kindertagesstätten

Volkshochschulen

Existenzgründerseminare an der VHS

Programmierkurse an der VHS

Gründungsfreundlichkeit der Verwaltung

Willkommenskultur

* Durchschnitt aller Untersuchungsregionen
Dimension Unterstützung

Branchennetzwerke

Stammtische, Netzwerktreffen

Meetups

Technologie- und Gründerzentren, Inkubatoren, Akzeleratoren

Dienstleistungsanbieter (Berater, Prüfer, etc.)

Coworking Spaces

Gründernetzwerke

Private Bildungsanbieter für Existenzgründungsseminare

Private Bildungsanbieter für Techkurse

* Durchschnitt aller Untersuchungsregionen
Dimension Finanzierung

Business Angels

Business Angel Netzwerke

Beteiligungsgesellschaften

Private VC Geber

* Durchschnitt aller Untersuchungsregionen
Lesebeispiel:

Werte auf der linken Seite der Skala bedeuten, dass die Region bei dem betrachteten Indikator eine schwache Ausprägung aufweist. Werte auf der rechten Seite der Skala geben an, dass der jeweilige Indikator in der Region stark ausgeprägt ist.

Zudem wird der Durchschnitt der Untersuchungsregionen mit einer Markierung dargestellt. Im Beispiel zeigt sich, dass der Indikator in der Region überdurchschnittlich ausgeprägt ist. 

Name des genutzten Indikators
* Durchschnitt aller Untersuchungsregionen

Regionaler Auftraggeber und Forschungspartner der Studie:

Charlos Schmidt
Geschäftsführer der Franz Hof GmbH

Kontakt: c.schmidt@hof-cnc.dewww.hof-cnc.de

Die Studie "Start-up Ökosystem Deutschland" ist ein Projekt der Juniorprofessur Entrepreneurship in Gründung und Nachfolge, Stiftungsprofessur der Sparkasse Chemnitz, an der Technischen Universität Chemnitz und ihrer Partner

Die Studie "Start-up Ökosystem Deutschland" erfasst umfassend die Rahmenbedingungen für Gründungen. So sollen Verbesserungspotenziale besser erkannt und Handlungsempfehlungen entwickelt werden können.